Ein Speicher voller Geschichte

Die Heimatstube Wollup

Die Heimatstube Wollup

Ein Blick in die Heimatstube Wollup. Auf drei Etagen eines alten Speichergebäudes zeichnet die Sammlung Alltag und Geschichte der ehemaligen königlich-preußischen Staatsdomäne nach, auf der der Thaer-Schüler Johann-Gottlieb Koppe von 1827 bis 1860 gewirkt hat.

Die Heimatstube Wollup

Auch der Park hinter dem alten Gutshaus ist einen Besuch wert. Vergleichbare Parkanlagen gibt es im Oderbruch nur wenige.

Die Heimatstube Wollup

 

Die Heimatstube Wollup wurde im Juni 1996 anlässlich des 500. Jahrestages der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes eröffnet. Sie befindet sich im 1904 errichteten Speichergebäude der ehemaligen Königlich- preußischen Domäne und erstreckt sich über drei Etagen.

Im Eingangsbereich ist eine Knechtstube zu besichtigen. Auf  dem 1. Boden befinden sich zahlreiche historische Alttagsgegenstände, Geräte und Werkzeug. Es gibt u.a. eine Kinderwagensammlung, eine Wäscheabteilung und mehrere historische Zimmereinrichtungen. Auf dem 2. Boden findet man eine Bilddokumentation über die Entwicklung Wollups vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.

Es wird eingegangen auf die Geschichte der Domäne, das Leben des Landwirtschaftsreformers Johann Gottlieb Koppe, von 1827 bis 1860 Pächter der Domäne, Sagen und Geschichten über Wollup, das Jahr 1945 und den Neuanfang danach, sowie die Entwicklung des Gartenbaus in der DDR.

Nach der intensiven Beschäftigung mit der Historie kann man sich bei einem Spaziergang durch den wunderschönen verwunschenen Gutspark mit seinen alten Bäumen und Wasserläufen erholen, und danach in das am Rande des Parks gelegene Gärtnerhaus eintreten. Auch hier gibt es viel Geschichtliches zu erfahren über die Entwicklung des Oderbruchs, die Kolonisation, die Entwicklung der Zuckerproduktion seit 1838 und das Wirken der Familie Koppe, die von 1827 bis 1945 über vier Generationen in Erbpacht die Domäne bewirtschaftete.

An den Park schließt sich das 1863 gebaute und vom jetzigen Besitzer der Domäne Herrn Heinrich Weber restaurierte  Gutshaus an. Bei einem kleinen Rundgang kann man noch Rudimente der alten Struktur des Gutes erkennen.
Unverzichtbar ist ein ausführliches Gespräch mit Ruth Schwetschke, die seit den 1930er Jahren in Wollup wohnt und den Kopf voller Geschichten und Geschichte hat.




Öffnungszeiten
nach Bedarf und Voranmeldung bei Frau Ruth Schwetschke
Tel. 033475/50001

 

Peter Huth









 

 

 

 

 

Weitere Beiträge:
<<< Heimatstuben und Dorfmuseen im Oderbruch - Sommerschule 2014

Der Kornspeicher, in dem sich unsere Heimatstube befindet, gehörte zu den Wirtschaftsgebäuden der staatlichen Domäne Wollup. Heute liegt er wie ein Speicher der Vergangenheit inmitten einer modernen Agrarlandschaft: Eine Batterie zum Wiederaufladen unseres geschichtlichen Bewusstseins!

Die umfangreiche Ausstellung ist ebenso unterhaltsam wie auch voller anregender Spuren in den Ort Wollup, dessen Existenzgrundlage seit Jahrhunderten die Landwirtschaft ist. Armut und Wohlstand lagen hier immer nahe beieinander, aber über die Jahrhunderte hat das jeweilige Verhältnis von Mangel und Überfluss sehr verschiedene Lebensweisen hervorgebracht: Einst die arme Landbevölkerung und ihr reiches dörfliches Leben, heute ein gestiegener Lebensstandard in der Gesellschaft, aber eine Verarmung der dörflichen Gemeinschaften.

Die Heimatstube führt in die Entwicklung der Domäne ein, berichtet über das Leben des Landwirtschaftsreformers Johann Gottlieb Koppe (von 1827 bis 1860 Pächter der Domäne), enthält Sagen über den Ort und Berichte über den Neuanfang des ländlichen Lebens nach dem zweiten Weltkrieg sowie viele Angaben zur Entwicklung der Wolluper Landwirtschaft in der DDR. Vor allem aber wartet sie mit einer großen Vielfalt an Zeugnissen des ländlichen Lebens auf: Haushalts- und Küchengeräte, landwirtschaftliche Maschinen, Möbel und Spielzeug sind auf zwei Etagen zu bewundern.

Diese Sammlung wurde vor allem von der Wolluperin Ruth Schwetschke angelegt.

Nach der Besichtigung kann man sich bei einem Spaziergang durch den verwunschenen Gutspark mit seinen alten Bäumen und Wasserläufen erholen. An den Park schließt sich das 1863 gebaute und vom jetzigen Besitzer der Domäne Heinrich Weber restaurierte Gutshaus an. Rudimente der alten Struktur des Gutes sind noch gut zu erkennen.

Besuchen sie uns!